Radweg, zweiter Abschnitt: „Es scheint zu klappen“ Bauamtsleiter sieht guten Chancen für einen Ausbau zwischen Müggenbruch und Birkenhof

Süderländer Tageblatt vom 8. September 2020

Herscheid – Der Fahrradboom ist auch in Herscheid spürbar: Immer mehr Menschen treten in die Pedale, erkunden die Natur oder fahren zur Arbeit auf umweltschonende Art. Dem trägt die Gemeinde Rechnung und treibt den Ausbau des örtlichen Radwegenetzes voran.

„Wir sind auf einem guten Weg“, erklärt Bauamtsleiter Lothar Weber und verweist auf die Planungen, die bereits vor mehr als acht Jahren begonnen haben.  Seinerzeit, beim Erstellen des Gemeindeentwicklungskonzeptes, sei das Thema Wegeverbindung nicht nur für die Dorfwiesen besprochen worden. Das Anlegen eines Radweges von Herscheid in Richtung Hüinghausen entlang der Landstraße 561 scheiterte in erster Linie am Faktor Zeit, weil dafür Grundstücke hätten gekauft werden müssen und diese Prozedur aufwendiger gewesen wäre.

Stattdessen konzentrieren sich die Planungen auf eine Alternativroute, die zu einem Großteil auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft. Gemeinsam mit dem Märkischen Kreis wurde eine Machbarkeitsstudie angestoßen. Das erste Teilstück ist bereits realisiert worden und erfreue sich einer intensiven Nutzung, sagt Lothar Weber. Der 2,50 Meter breite Fuß- und Radweg verbindet den Herscheider Bahnhof mit dem Ortsteil Müggenbruch. Umgesetzt werden konnte dieser Abschnitt auch dank eines Flächentausches zwischen Gemeinde und Firma Otto Bauckhage.

Von diesem Firmengelände aus soll der Radweg in einem zweiten Schritt fortgesetzt werden, ebenfalls parallel zur Landstraße verlaufend, bis Birkenhof. Die Baukosten sind mit 630 000 Euro veranschlagt und werden vom Landesbetrieb Straßen-NRW übernommen werden. Geld, das bereits im Landeshaushalt bewilligt sei, erklärt Lothar Weber.

Bauamtsleiter Lothar Weber (2. von links) zeigte den Mitgliedern der SPD die Ausbaupläne für den Herscheider Bürgerradweg auf dem Firmenparkplatz oberhalb der Firma Gustav Alberts. Entlang dieser Fläche könnte der zweite Abschnitt verlaufen. FOTO: GREIN

In Arbeitsteilung kümmert sich die Gemeinde um den planerischen Part. Voraussetzung für den Ausbau: Alle notwendigen Flächen, auch diejenigen, die nicht in öffentlichem Besitz sind, müssen nutzbar sein. „Wir sind zurzeit noch in den Grundstücksverhandlungen“, sagt Lothar Weber und ergänzt, dass die grundsätzlichen Rahmenbedingungen passen: „Es scheint zu klappen.“ Ziel sei es, die Grundlagen noch in diesem Jahr zu schaffen, damit der Ausbau im nächsten Jahr in die Tat umgesetzt werden könne. Zunächst gelte es Details zu klären– etwa wie der Radweg verläuft und ob er Steigungsstücke enthält. Die Mitglieder der SPD Herscheid, die sich gemeinsam mit Lothar Weber in Grünenthal (einem möglichen Zwischenpunkt der Strecke) ein Bild von den Ausbauplänen machten, äußerten einen weiteren Wunsch. „Wir müssen uns auch Gedanken über die Zuwegung innerorts machen, damit der Radweg auch von den Radfahrern erreicht werden kann“, sagte Wolfgang Vöpel.  dg

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