Das Kleinod für die Herscheider

Foto: Marie Veelen

"Wir waren mit den Vorbereitungen zwar soweit fertig, dass nur noch Kleinigkeiten fehlten. Allerdings haben wir so Gaskosten eingespart, um das Wasser zu erwärmen, da es durch das warme Wetter von selbst eine Temperatur vor 22 Grad erreicht. Natürlich wird jetzt Gas benötigt, um das Wasser warm zu halten, aber eben weniger, als hätten wir das Wasser komplett durch Gas erhitzen müssen", erklärte Bauamtsleiter Lothar Weber den SPD-Mitgliedern am Donnerstag bei einer Ortsbesichtigung.
Das Freibad ist in der Vorsaison noch attraktiver geworden, was auch die Zahlen belegen. Rund 45 000 Besucher wurden gezählt, ein beachtlicher Teil kam aus Plettenberg oder Lüdenscheid. Damit die Beliebtheit groß bleibt, sind weitere Sanierungen nötig.
Ein wichtiger Schritt ist laut Lothar Weber die Renaturierung des Bruchbaches. In der Vergangenheit habe man Hochwasserprobleme gehabt: Das Wasser staute sich bei Starkregen an den engen Brückendurchlässen. Da der Bach bisher geradlinig durch das Freibadgelände verläuft, möchte man dem Hochwasser mit einer Verschwenkung und Verbreiterung des Baches entgegenwirken. Für derartige Maßnahmen zum Hochwasserschutz gibt es auch Fördermittel. Grundsätzlich muss das Vorhaben aber erst von der Wasserbehörde genehmigt werden. Hinzu kommt, dass die Renaturierung bauliche Veränderungen im Terrassenbereich mit sich bringen würde.
Im Bereich des Spielplatzes soll der Bach für die Kinder erlebbarer werden; durch Steine soll die Strömung verringert werden. Im vergangenen Jahr wurden bereits zwei neue Schaukeln angeschafft und bald sollen noch Spielgeräte hinzu kommen, die derzeit noch am Rathaus stehen. Diese "wandern" erst nach Fertigstellung der Dorfwiesen ins Freibad, da sie zwischen diesen beiden Standorten aufgeteilt werden.
Ein langfristiges Ziel ist die Sanierung des Sprung- und Schwimmerbeckens. Die Erneuerung sei schon allein wegen der großen Wasserverluste dringend notwendig, da das Becken, das 1970 gebaut wurde, Risse im Material habe und einige Rohre kaputt seien. Derzeit würde der Wasserspiegel um zehn Zentimeter pro Tag sinken und man müsse regelmäßig Wasser nachlaufen lassen.
Die Überlegung, im Zuge der Sanierung eine Mauer zwischen dem Sprung- und dem Schwimmerbecken einzuziehen, habe man verworfen. Dies sei zu teuer und zu aufwändig, berichtete Lothar Weber. Stattdessen sollen nun die bisherigen Sprungbretter durch feste Plattformen ersetzt werden, da diese leichter instandzuhalten sind.
Auch der Eingangsbereich des Freibads soll erneuert werden. Ein Konzept, mit dem die Kosten ermitteltwerden sollen, wurde bereits bei einem Wasserbautechnik-Ingenieurbüro in Auftrag gegeben.
Abschließend merkte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Haas an, dass die angestrebten Sanierungen sehr sinnvoll seien. Er betonte: "Unser Freibad ist für viele Bürger ein Kleinod." (ST v. 14.05.2016)